Die Mühle zu Grande
| Drüben am Flusse, im Dunkel der Nacht schlummert die Mühle, baumüberdacht, träumt von vergangenen Tagen: |
Lautlos ziehen andre Gestalten heran, Probst Hinrich Witte, der Knappe Johann, Mönche in schweigender Ruh. |
| Jagende Ritter in eherner Wehr, betende Mönche und feindliches Heer, Kämpfen, Hoffen und Klagen. |
Dort hinterm Sachsenwald zeigt sich der Mond; Langsam zerfließt, was auf Erden nicht wohnt. Seltsames Flüstern am Strande! |
| Nebel zieht weiß aus dem Flußbett heraus. Starrt dort ein Ritter zum schlafenden Haus? Offnen sich Grüfte und Särge? |
Aus ist der Spuk, den die Stunde begrenzt. Schön wie ein Märchen im Mondlicht erglänzt Die uralte Mühle zu Grande. |
| Kühl streicht der Wind übers nächtliche Feld. Stunde der Geister! Flußwache hält Heino von Scharpenberghe. |
W. Fromberg |